Einkommenssteigerung für Kleinbauernfamilien in der Provinz Tarma (Peru)

Viele Menschen in der Region La Unión haben keinen Schulabschluss und verdienen ihr Einkommen durch Landwirtschaft (Anbau von Gemüse) und Viehzucht. Dabei handelt es sich meistens um kleine Familienbetriebe, die Subsistenzlandwirtschaft betreiben. In den meisten Fällen gehört das Agrarland (81% der Betriebe haben etwas weniger als 0,5 ha Land) den Kleinbauern selber. Sie sind in Kleinbauernvereinen organisiert, einer in Huancoy und einer in Chancha. Jeder dieser Vereine hat einen eigenen Vorstand. Bei der Landwirtschaft fällt sehr ins Gewicht, dass die Familien mit rudimentären Kenntnissen Landwirtschaft betreiben: u.a. ohne das nötige Wissen, wie sie die Bodenfruchtbarkeit erhalten oder wiedergewinnen können, oder wie man einen Anbauplan erstellt. Hinzu kommen mangelnde Kenntnisse über ausgewogene Ernährung. Dies hat negative Folgen sowohl für die Gesundheit der Bevölkerung (ca. 20% der Bevölkerung leidet unter Blutarmut, chronische Mangelernährung betrifft fast 20% der Kinder), als auch für die Nachhaltigkeit der Ressourcen und für den Ertrag: der Boden ist schnell ausgelaugt, die Ernte ist gering und von schlechter Qualität, der Ertrag entsprechend niedrig (auf Distriktebene z.Zt. zwischen 114 € und 143 €, weit unter dem peruanischen Mindestlohn von umgerechnet  243 €). Die Ernte reicht manchmal nur für den Eigenbedarf. Im Falle von Überschüssen werden diese an Supermarktketten verkauft (Produkte besserer Qualität), Großmärkte oder in der Projektregion (Produkte schlechterer Qualität). In Erntezeiten werden Produkte manchmal zweimal pro Woche verkauft.

 

Die meisten Kleinbauern finanzieren die Produktion aus eigenem Einkommen. Daher können sie keine bedeutenden Investitionen machen, um ihre Produktion mittel- und langfristig zu verbessern. In der Regel beteiligen sich Frauen am Produktionsprozess, vor allem bei der Auswahl von Produkten, die angebaut werden sollen. Wie bereits erläutert verfügen sie aber über wenige Kenntnisse in ausgewogener Ernährung. Über eine entsprechende Fortbildung in gesunder Ernährung könnten die Frauen einen positiven Einfluss auf die Auswahl der anzubauenden Produkte und mittelfristig auf die Reduzierung chronischer Mangelernährung oder Blutarmut. 

 

120 Kleinbauernfamilien mit durchschnittlich 4 Mitgliedern werden direkt begünstigt: eine 60-köpfige Gruppe durch die Teilnahme an Schulungen und Begleitung ihrer Arbeit auf den Feldern durch den Projekttechniker. Diese Gruppe von 60 Familien verpflichtet sich dazu, einen weiteren Nachbar auszubilden. Der Projektkoordinator wird bei Hausbesuchen auch für die 60 Nachbarn zur Verfügung stehen. Die Kleinbauern, die die Schulungen besuchen werden, sind im Durchschnitt 45 Jahre alt. Aufgrund von Erfahrungswerten in der Region ist zu erwarten, dass etwa 20% Frauen unter den Teilnehmern sind. Da das Projekt aber Familien begünstigt, und oft alle Familienmitglieder bei der landwirtschaftlichen Arbeit bzw. bei der Tierzucht mitwirken, werden praktisch alle Familienmitglieder davon profitieren.

 

Das Ziel des Projektes ist es, dass die 120 Kleinbauernfamilien in der Lage sein werden, in einem Netzwerk zu arbeiten (in Genossenschaften, mit Unterstützung von kommunalen bzw. öffentlichen Organisationen), um eine effizientere Nutzung von Ressourcen zu erlangen und einen Teil ihrer Produktion zu vermarkten. Durch die Vermarktung von 10% ihrer Produktion können die Kleinbauernfamilien ihre Einnahmen um ca. 10-15% steigern. Weitere Ziele sind:

 

- 80% der Zielgruppe haben einen Produktionsplan für Fruchtwechsel

- 80% sind in der Lage, effektive und umweltschonende Arbeitstechniken in Landwirtschaft und Viehzucht anzuwenden

- ein kommunales Gewächshaus wurde installiert

- mind. 15 ha sind im Agroforstsystem angebaut

- auf 20 ha wird Anbau mit umweltschonenden Methoden (Bodenerhaltung) betrieben

- 8 ha Felder haben eine Bewässerungsanlage