Ausbildungskurse über Grundlagen des landwirtschaftlichen Anbaus in Sabouciré (Mali)

Mali ist ein Binnenstaat in Westafrika und eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt (Platz 170 von 188 Staaten: 2015). 60% der Staatsfläche besteht aus Wüste, dennoch leben 75% der Bevölkerung von der Landwirtschaft. In vielen Landesteilen kämpfen die Menschen gegen die zunehmende Wüstenbildung.

 

Die Preise für Lebensmittel sind zudem durch Landgrabbing gestiegen. Ausländische multinationale Unternehmen aus China, Indien und Saudi-Arabien kaufen Land, bauen Erdnüsse oder Baumwolle an und exportieren die Produktion. Die ansässige Bevölkerung verliert ihr Land, lebt – wenn überhaupt – von einem Hungerslohn und kann auf den Märkten kaum Lebensmittel finden. 

 

Projektstandort ist Sabouciré, eine am Senegalfluss gelegene Gemeinde, östlich von Kayes (ca. 250.000 Einwohner). Die umliegenden 19 Dörfer, die zum Einzugsbereich des Projekts gehören, haben insgesamt etwa 11.540 Einwohner. Sie leben alle unterhalb der Armutsgrenze. Ihr Einkommen bestreiten sie durch Betteln, einem sehr geringen eigenen landwirtschaftlichen Anbau und durch Unterstützung von Familienmitgliedern, die in Europa leben. 

 

Die Zielgruppe des Projektes sind 60 junge Erwachsene. Sie werden in 6-monatigen Ausbildungskursen über Grundlagen des landwirtschaftlichen Anbaus, Produktionsvermarktung und Tierzucht geschult. Teilnehmen können sowohl Frauen als auch Männer zwischen 17 und 30 Jahren aus 19 umliegenden Dörfern. 

 

Das Ziel des Projektes ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Grundlagen junger Bauern und Bäuerinnen im Westen Malis. Durch die Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft werden die Bauern die Möglichkeit erhalten, Überschüsse beim Anbau von Gemüse und durch Hühnerzucht zu erzielen. Des Weiteren soll diese Maßnahme helfen, die Unterernährung (2012: unterernährte Kinder unter 5 Jahren: 27,8%) zu bekämpfen. Denn bisher ernähren sich die Kleinbauernfamilien vornehmlich von Reis mit Zucker und Brühe, da sie sich kein Gemüse und Fleisch leisten können. Selbstangebautes Gemüse und Hühnerfleisch werden durch das Projekt Einzug in die Speisepläne der lokalen Bevölkerung finden.